Seidel Architekten Rupf Engineering 10

Industriebau - Verwaltungsgebäude und Produktionsgebäude

Kunde: Rupf Engineering GmbH, Ulm-Einsingen

Projektkennzahlen

BauherrRupf Engineering GmbH, Ulm-Einsingen
Planung2012 – 2013
Fertigstellung2014
  
Verwaltungsgebäude 
Fläche2.040 m²
Rauminhalt8.900 m³
  
Produktionsgebäude 
Fläche1.760 m²
Rauminhalt17.000 m³

Projektbeschreibung

Ausgangssituation | Planung

Auf den Grundstücken der Rupf Engineering GmbH und der Industriepark Einsingen Verwaltungsges. mbH sollte eine neues Verwaltungsgebäude und ein neues Hallengebäude mit Montage- und Lagerflächen realisiert werden. Der vorgefundene Gebäudebestand setzte sich aus Gebäuden des vorigen Jahrhunderts zusammen. Die ältesten Gebäude wurden in den 30er Jahren errichtet. An die Bestandsgebäude wurde mehrfach angebaut bzw. diese wurden umgebaut und erweitert. So entwickelte sich ein Umfeld von sehr heterogener Bebauung, die sich so „entwickelt" hat. Zunächst wurde ein Masterplan für die Entwicklung des gesamten Grundstückes erstellt. Auf diesem basierend wurden die Neubauten geplant. Um diese umsetzen zu können mussten im Vorfeld vier Gebäude abgebrochen werden. Eine weitere Herausforderung für diesen Industriebau war die vorhandene Topographie (Hanggrundstück). Um den internen Werksverkehr zu erleichtern, wurde das gesamte Grundstück im Bereich der Neubauten und der bestehenden Hallen um einen halben Meter tiefer gelegt. Dadurch entstand ein fast ebener Werkhof, welcher die Logistik optimiert.

 

Städtebau | Entwurf

Der neue Gebäudekomplex setzt sich aus zwei Gebäuden zusammen. Das neue 3-geschossige Verwaltungsgebäude wurde parallel zur August-Nagel-Straße platziert und bildet die neue Adresse des Grundstückes. Es entwickelt sich von Norden in Richtung Süden aus dem Hang, wo es sich in seiner vollen Höhe präsentiert. Getrennt durch eine gläserne Fuge schließt sich das neue Hallengebäude mit Montage- und Lagerflächen an. Das Verwaltungsgebäude basiert auf einem 1,35m-Raster. Dies ermöglicht eine flexible Büronutzung, vom Großraumbüro bis zum Einzelbüro. Auch die gesamte Fassadengestaltung bezieht sich auf dieses Raster, welches klar durch die Fenstereinteilungen und das Fugenbild ablesbar ist. Das Gebäude wurde für mehrere Nutzer bzw. Mieter konzipiert.

Der Eingang des Bürogebäudes befindet sich an der August-Nagel-Straße. Er ist durch eine Glasfuge und die zurückspringende Fassade klar gekennzeichnet. An den Eingangsbereich schließt sich das helle Treppenhaus an. Merkmale sind das große Oberlicht über der gesamten Treppe sowie das Geländer, welches als weißes Band nach oben führt. Alle Flure vor den Büro- und Besprechungsräumen sind mit integrierten Teeküchen ausgestattet. Im obersten Geschoss wurde ein Bereich vorgesehen, welcher sowohl als Hausmeisterwohnung, als auch als Büro genutzt werden kann. Im Anschluss befindet sich eine große Dachterrasse. Im Untergeschoss befindet sich der Mitarbeitereingang, Büroflächen sowie Umkleiden und Duschbereiche. Die Fuge zwischen Verwaltungsgebäude und Hallengebäude beheimatet die Anwendungstechnik. Hier werden Maschinen getestet und es ist gleichzeitig ein Vorführraum für Geschäftskunden. Dieser Raum ist das Bindeglied zwischen den zwei o. g. Bereichen.

So ist die AWT auch in seiner Gestaltung und Wirkung zwischen Büro- und Montagefläche angesiedelt. Highlight ist das über 4,5m hohe Falttor, welches sich komplett zur Seite öffnen lässt. Um eine direkte Sonneneinstrahlung auf die Maschinen von Süden her zu vermeiden, wurde die komplette Fuge mit Glaspaneelen ausgeführt. Das Hallengebäude basiert auf einem 5m-Raster und wurde mit großen Fensterflächen und Oberlichtern ausgeführt. So entstehen sowohl in der Montage als auch im Lager helle und freundliche Arbeitsplätze. Der Montagebereich wurde mit einem 5t und einem 10t Kran ausgestattet. Des Weiteren befindet sich in diesem Bereich ein Halleneinbau mit Büros, Sanitärräumen und Aufenthaltsraum.

 

Fassaden

Die Fassade des Bürogebäudes ist mit einer wartungsfreien, witterungsbeständigen und silberfarbenen Aluminiumverkleidung ausgeführt. Sie folgt ebenfalls dem 1,35m-Raster des Innenraums und verleiht dem Gebäude durch seine mäanderförmige Anordnung ein dynamisches Erscheinungsbild. Der metallene Körper sitzt auf einem gläsernen Sockel, welcher sich aus der Fuge zwischen Hallen- und Bürogebäude entwickelt. Die Fenstereinteilung mit seinen Glaspaneelen folgt dem o.g. Büroraster. Die Eingänge sind durch Glasfugen, wie auch Gebäuderücksprünge klar definiert. Im Gegensatz zu der hellen Bürofassade, präsentiert sich das Hallengebäude einer horizontalverlaufenden, anthrazitfarbenen Aluminiumwelle. Große Fensterflächen lassen das Licht tief in das Gebäude fallen. Ein durchgängiges Lichtband lässt zusätzlich Licht in den Innenraum fallen und verleiht dem Körper zusätzliche Spannung. Die nötige Brandwand zum Bereich AWT wurde durch eine vertikale Verglasung abgelöst.

Außenanlagen

Um den Werksverkehr zu optimieren wurde das Baugrundstück um einen halben Meter abgesenkt. Die Zufahrt auf das Grundstück wurde ebenfalls verschoben und dem neuen Konzept des Masterplans angepasst. Dies ermöglicht nach der kompletten Umsetzung eine Trennung von PKW- und LKW-Verkehr auf dem gesamten Grundstück. Eine neue Zufahrt im Norden ermöglicht die Umfahrung des Neubaus. Auch wurden neue Parkplätze entlang der August-Nagel-Straße geschaffen. Ein neues Dach zwischen Neubau und Bestandshalle gewährleistet eine witterungsunabhängige Logistik. Weitere Grünzonen, neue Bepflanzungen und eine große Freitreppe runden den stimmigen Auftritt des Gebäudekomplexes ab.